Begegnung braucht die eigene Standfestigkeit und den Mut zur Offenheit.
Begegnung braucht den Blick nach vorn und zurück, den Mut zum Gegenüber.
Begegnung braucht den Blick nach draußen und die Stille, nach drinnen zu lauschen.Ich bin auf dem Weg. Ich lebe im Kreuzungspunkt von Vergangenheit und Zukunft.
Ich lebe und leide, ich male, durchdringe den Stein, ich singe, schreibe und tanze, - in der Gegenwart.Ich spanne den inneren Bogen zur Vergangenheit, - im Nachdenken, und ich kann vorfühlen, - hoffen auf Zukunft. Das Erleben und Durchdringen der Gegensätze zur lebendig pulsierenden, sich verändernden Einheit in Raum und Zeit, - Begegnung zu schaffen -, scheint in besonderer Weise Aufgabe der Kunst zu sein.
Schöpferisch arbeiten heißt, sichtbar und spürbar werden lassen, dass Geist in allem wohnt.
Schöpferisch arbeiten heißt, Geist hinein leben in die Welt, - Begegnung mit Gott.
Schöpferisch sein heißt, das Gefundene, das uns „zugefallene Kind“ dankbar zu empfangen, unser Gegenüber zu berühren, unseren Blick nach drinnen und draußen gleichermaßen zu weiten und das Entstandene mutig freizugeben, dass es sich seinen eigenen Weg bahnen kann in der Welt, auch wenn es damit dem „frischen Wind“ ausgesetzt ist.
Elisabeth Melzer-Geissler